Solingen erkämpft sich gegen Göppingen das nächste Unentschieden

30:31 – 29:58 zeigt die Hallenuhr der Solinger Klingenhalle an. Der ungeschlagene Tabellenführer Frisch Auf Göppingen führt zwei Sekunden vor Schluss knapp mit einem Treffer beim HSV Solingen-Gräfrath. Freiwurf für Gräfrath, die 300 Zuschauer halten die Luft an, Wurfschirm für Torjägerin Vanessa Brandt, die den letzten Wurf der Partie in der rechten oberen Torwinkel hämmert und einen lautstarken Jubel auslöst. 31:31 – Ende. Nach einem 14:20 Rückstand hat sich das Team von Trainerin Kerstin Reckenthäler eindrucksvoll zurückgekämpft und Göppingen den ersten Punktverlust beigebracht. Beste Werferinnen waren Vanessa Brandt (13/1) für den HSV sowie Louisa De Bellis und Lisa Borutta (je 7) für Frisch Auf.

Es war ein ausgeglichener Beginn, bei dem der verlustpunktfreie Tabellenführer aus Göppingen nervöser wirkte als der dezimierte HSV, der erneut ohne Jörgens, Kamp, Ehmann und Weyh antreten musste. 

11:11 nach 18 Minuten. Erst eine doppelte Parade von Göppingens Torfrau Oliwia Kaminska gegen Jule Polsz und Lara Karathanassis schien dem Team von Nico Kiener Sicherheit zu geben. Das schnelle Kreuzen im Angriff riss den ansonsten sicheren Abwehrverbund des HSV immer wieder auseinander und Göppingen setze sich über 11:15 (23.) bis zum 14:20-Pausenstand ab. Kurze Aufregung herrschte noch einmal kurz vor dem Halbzeitpfiff als Louisa Wolf bei einer unglücklichen Abwehraktion HSV-Spielmacherin Lara Karathanassis im Gesicht traf und die rote Karte erhielt.

Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte zeigte Leonie Patorra Nerven bei einem Strafwurf gegen HSV-Torhüterin Sena Gün, die für Stammkeeperin Natascha Krückemeier ins Spiel gekommen war. Der HSV blies zur Aufholjagd, Rechtsaußen Merit Müller sorgte für den 20:22 Anschluss (42.). Kiener nahm die Auszeit. Louisa Scherer traf zum 20:23. Doch die Klingenstädterinnen zeigten ihr Kämpferherz. Die Abwehr arbeitete bravourös und im Angriff „brannte“ es. Bei Vanessa Brandt platzte nach ihrer Verletzungspause endlich wieder der Knoten und sie zeigte eindrucksvoll warum sie zur besten Zweitliga-Spielerin der letzten Saison gewählt wurde. Achtmal traf die Halblinke allein in den letzten 17 Minuten – so auch zur 26:25-Führung (50.). De Bellis holte die Führung für Göppingen zurück (27:28, 53.). Gräfrath hielt dagegen. Doch die Aufholjagd hatte viel Kraft gekostet. Als De Bellis eine Minute vor Schluss die 29:31-Führung erzielte schien die Partie entschieden. Mitnichten. Pia Adams tankte sich auf der rechten Seite durch (30:31) und Gün parierte gegen Scherer. Reckenthäler nahm die Auszeit, der letzte Freiwurf wurde besprochen: Anspiel auf Brandt – Tor! 31:31. Das dritte Unentscheiden für den HSV im achten Spiel.

„Ich bin einfach nur stolz auf meine Mannschaft wie sie sich in der zweiten Halbzeit zurück ins Spiel und zum verdienten Punkt gekämpft hat“, zeigte sich Trainerin Reckenthäler nach dem Spiel erleichtert. 

Statistik:

HSV: Natascha Krückemeier, Katja Grewe, Sena Gün; Carina Senel (3), Melina Fabisch,  Pia Adams (3), Lara Karathanassis (3), Lina Seiffarth, Mandy Reinarz (4), Jule Polsz, Merit Müller (4), Zissi Penz (1), Vanessa Brandt (13/1).

FAG: Anna Bocka, Oliwia Kaminska; Selina Kalmbach (2), Lisa Borutta (7), Louisa Wolf (1), Anja Brugger, Sarah Irmler, Louisa De Bellis (7), Luisa Scherer (3), Pascale Wyder (1), Leonie Patorra (5/2), Marlena Urbanska (1), Stephanie Elies (1), Paulina Uscinowicz (3).

Schiedsrichter: Daniel und Sebastian Halbach