HSV verliert in Nürtingen den Faden

Dieses Bild ist bezeichnend für die rund 850 Kilometer lange Reise der HSV-Frauen am Samstagabend: Nach Abpfiff der Partie, die die TG Nürtingen vor heimischem Publikum souverän mit 32:19 für sich entscheiden konnte, versammelte Gräfraths Trainerin Kerstin Reckenthäler ihre Schützlinge zunächst für eine kurze Besprechung in der Kabine, dann nahm die A-Lizenz-Inhaberin alleine in der Halle Platz. Die Ratlosigkeit über die vergangenen 60 Minuten stand ihr im Gesicht geschrieben, leere Blicke prägten die Szenerie. „Es kann nicht mehr um den Klassenerhalt gehen. Zumindest denke ich gerade nicht darüber nach, wie wir es schaffen können, noch in der Liga zu bleiben“, verriet die 37-Jährige gegenüber dem Solinger Tageblatt. Vor rund 350 Zuschauern avancierte Lea Schuhknecht für die Gastgeberinnen zur Haupttorschützin (8 Tore), für die Bergischen erzielte Linksaußen Franziska Penz mit einer 100%-Wurfausbeute fünf Treffer.

 

Bereits in Durchgang eins zeichnete sich die Dominanz der Nürtingerinnen ab, der HSV schlief teilweise in der Defensive nach scheinbar erkämpften Bällen und vergab im Angriff zu viele freie Chancen. Im Gegenzug kam TGN-Keeperin Christine Hesel immer besser in die Partie. „Ich hatte gehofft, dass die Handball-Pause mental etwas Wirkung zeigt. Das war aber leider nicht so“, so Reckenthäler weiter. Die Baden Württembergerinnen setzten ihre Shooterin Lea Schuhknecht wieder und wieder gekonnt in Szene, so gelang der groß gewachsenen Rückraumspielerin mit ihrem fünften Treffer auch der 15:10-Halbzeitstand. Auch in den zweiten 30 Minuten sollte sich das Blatt nicht wenden, der HSV lief fortwährend einem wachsenden Rückstand hinterher und verließ die Theodor-Eisenlohr-Sporthalle schlussendlich mit hängenden Köpfen: „Sobald wir ein paar Fehler machen, ist die Enttäuschung da, und bei vielen damit wohl auch die Angst vor der nächsten Niederlage.“

 

Trotz der sichtbar großen Enttäuschung ließ Kerstin Reckenthäler es sich nicht nehmen, vereinzelt Lob auszusprechen – zum Beispiel für das konsequente und beherzte Eingreifen von Carina Senel in der Deckung, starke 12 Minuten von Amelie Knippert, die die Abwehrspezialistin mit vier Treffern krönen konnte, die makellose Wurfquote von Flügelspielerin Franziska Penz und erste Einsatzminuten im deutschen Unterhaus für die jungen Spielerinnen Alina Bohnen sowie Barbara Bongartz. „Wir müssen eine Lösung finden, zufriedener aus den Spielen heraus zu gehen“, wird Reckenthäler abschließend im ST zitiert. Gelegenheit dazu bietet sich beispielsweise am kommenden Samstag: Dann steht das nächste Heimspiel für den Aufsteiger an, um 18:15 Uhr gastiert mit der SG H2Ku Herrenberg der aktuell Zehntplatzierte in der Klingenhalle.

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