27:27 in Bremen: Solingen-Gräfrath sichert den ersten Punkt in Liga zwei

 

SOLINGEN Die obligatorische Frage nach einem Unentschieden, ob es sich beim Endresultat um einen verlorenen oder einen gewonnenen Punkt handle, wollte HSV-Trainerin Kerstin Reckenthäler nach dem couragierten Auftritt ihrer Schüzlinge an der Weser nicht beantworten: „In der ersten Halbzeit haben beide Mannschaften ein tolles Spiel gezeigt und auch in der zweiten Halbzeit haben wir über weite Strecken gut gespielt. Wir freuen uns auch über den einen Punkt.“ In einem zu jedem Zeitpunkt heiß umkämpften Kellerduell erzielte Denise Engelke 8/2 für Werder die meisten Treffer, für die Gäste aus dem Bergischen war erneut Kapitänin Mandy Reinarz mit 8/4 Toren am erfolgreichsten. Erst am übernächsten Wochenende geht es dann für beide Teams im Liga-Alltag weiter: Aufsteiger Solingen-Gräfrath empfängt am 30.11. den TuS Lintfort vor heimischer Kulisse zum NRW-Duell. Anwurf ist um 18:15 Uhr in der Solinger Klingenhalle.

Rund 300 Zuschauer sahen am Sonnabend in der Bremer Klaus-Dieter-Fischer-Halle bereits in Durchgang eins einen offenen Schlagabtausch, bei dem die Norddeutschen sprichwörtlich die Nase minimal vorn hatten. Schon in der 7. Spielminute führte die alles überragende Spielmacherin der Bremerinnen, Denise Engelke, mit dem 5:3 die erste Zwei-Tore-Führung herbei, die über 8:6 (12.) und schließlich 15:13 (25.) bis zum Pausenpfiff (17:15) gehalten werden konnte. HSV-Coach Reckenthäler versammelte in der Halbzeit alle Spielerinnen in der Kabine, forderte mehr Aggressivität in der Abwehr und wechselte durch. Fortan gingen Dana Gruner und Merit Müller über die Außenbahnen aufs Feld, auch Leonie Heinrichs (Rückraum rechts) und Amelie Knippert (Abwehr) kamen neu in die Partie, bei der die Gräfratherinnen den deutlich besseren Start in Halbzeit zwei erwischten. Über 19:19 (39.) und eine zunehmend stabilisierte 6:0-Defensive nahm der Liga-Neuling Fahrt auf. Mandy Reinarz erzielte mit dem 23:27-Treffer (54.) die höchste Solinger Führung, ehe die Begegnung zu kippen drohte. Zwei umstrittene Zeitstrafen brachen den Klingenstädterinnen in der Crunchtime das Genick: Zuerst erwischte es die HSV-Spielführerin, wenige Minuten später (56.) musste auch Amelie Knippert auf die Strafbank. Werder nutzte die vierminütige Überzahl über Lotta Heinrich und Denise Engelke geschickt und glich in Minute 59 nach einem Abpraller von Lorena Jackstadt zum 27:27 aus. „Wir kassieren unnötige Zeitstrafen und geben Werder dadurch die Chance, wieder zurückzukommen“, resümiert die A-Lizenz-Inhaberin. Der letzte Angriff des Abends gehörte somit also den Gästen aus dem Bergischen. Zehn Sekunden vor dem Ende setzte sich Laura Sosnierz gegen zwei Bremerinnen durch, wurde dabei hart attackiert und am freien Wurf gehindert: „Es war ein ganz klares Foul und deswegen Siebenmeter für uns“, ärgerte sich die 29-Jährige unmittelbar nach der emotionalen Begegnung der beiden Letztplatzierten, in der den Solingerinnen mit der Schlusssirene nur noch ein direkter Freiwurf (ohne Torerfolg) von den Schiedsrichtern zugesprochen wurde. Im Vorfeld entschied das Gespann Arndt/Westphal ganze 13 Mal auf Strafwurf, in der Schlüsselszene der Partie allerdings nicht. „Aber dann muss man eben den Mut haben, auch das zu pfeifen“, wird Sosnierz abschließend im Solinger Tageblatt zitiert.

Vielleicht gefällt dir auch